Die Sage vom Hochbuchberg

Eines schönen Tages im vorigen Jahrhundert ging ein Bauer, der in der Nähe des Hochbuchberges wohnte, zu seinem Schwager nach Bad Kreuzen. Dort wollte er erstens einmals seiner Schwester einen Besuch abstatten und zweitens einen Handel anbahnen. Eine gute Milchkuh wollte er in absehbarer Zeit erwerben, und sein Schwager verstand etwas davon. Nach dem Mittagessen ging er von daheim weg, und am halben Nachmittag erreichte er sein Ziel. Viel gab es vorerst zu erzählen, und so verging die zeit wie im Flug. Nach einer ausgiebigen Jause wurde noch über die Wirtschaft gesprochen und in Haus und Stall Umschau gehalten. Sein Schwager verriet ihm einige günstige Käufe, und über dieses angeregte Gespräch war es Nacht geworden. Nun verabschiedete er sich und machte sich auf den Heimweg.

Es war eine stockfinstere Neumondnacht. Der Bauer kannte aber den Weg, außerdem war er nicht ängstlich. Als er in die Nähe des Hochbuchberges und seines Anwesens kam, hörte er unvermittelt ein dumpfes Grollen. Er blieb stehen und horchte in die finstere Nacht hinein. Als es wieder ruhig geworden war, setzte er etwas schneller seinen Weg fort. Doch plötzlich drang ein noch stärkeres Grollen und Rauschen an sein Ohr. Es kam ganz deutlich und vernehmbar aus dem Hochbuchberg.

Erschrocken eilte er nach Hause. Daheim empfingen ihn seine Frau, die Kinder und die Dienstboten in höchster Aufregung und Furcht. Am ganzen Körper zitternd, erzählten sie vom vorhin Erlebten. Auch der Bauer berichtete von seinem Erlebnis. Allen war die Angst ins Gesicht geschrieben. Sie verschlossen Hof- und Haustür, konnten aber die ganze Nacht kein Auge zutun, zu groß war ihre Aufregung und Angst.

Als am nächsten Tag, einem herrlichen Frühlingstag, die Bewohner der Gegend um den Hochbuchberg sich trafen, galt ihr Gespräch nur dem Ereignis der vergangenen Nacht. Seit dieser Zeit erzählt man, das im Hochbuchberg ein See sein soll. Eines Tages, in unbekannter Zukunft, wird dieser See hervorbrechen und ganz Pabneukirchen überschwemmen.